Therapielinienkonzepte in der Onkologie
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Das Therapielinien-Konzept wird in der Onkologie häufig bei der Entscheidungsfindung in Tumorboards und bei der klinischen Behandlung berücksichtigt. Jedoch fehlt eine einheitliche, fachübergreifende Definition. Die Komplexität und Heterogenität bösartiger Erkrankungen und Behandlungsmodalitäten tragen zu einem uneinheitlichen Verständnis von Therapielinien bei. In einer qualitativen Teilstudie wurde das Verständnis des Konzepts aus der Perspektive von Ärzt:innen verschiedener onkologischer Disziplinen mittels Expert:innen-Interviews untersucht. Die meisten Befragten waren sich einig, dass keine einheitliche Definition zu Therapielinien gegeben ist und gaben an, dass sie bereits auf Missverständnisse in Bezug auf Therapielinien gestoßen waren. Uneinigkeit herrschte über die Rolle von Erhaltungstherapie, Behandlungsabsicht, dem Wechsel der Arzneimittel und Therapiepausen. Die Befragten hielten überwiegend die gleichen Kriterien für die Definition für entscheidend wie für einen Therapielinien-Wechsel (z. B. das Auftreten eines Progress oder eines Tumorrezidivs).
Basierend auf den Erkenntnissen der qualitativen Teilstudie wurde in einem quantitativen Survey das Verständnis, die Relevanz sowie potentielle Ereignisse und Maßnahmen für einen Therapielinien-Wechsel bei einer größeren Stichprobe an ärztlichen Expert:innen untersucht. Sechzig Ärzte beantworteten die Umfrage, wobei die meisten Befragten angaben ständige Mitglieder eines onkologischen Tumorboards zu sein. Progression, Rezidiv, Auftreten von Metastasen oder schwere Nebenwirkungen wurden als Indikatoren für einen Therapielinien-Wechsel angesehen. Die Berücksichtigung lokaler therapeutischer Interventionen wie z. B. Operationen als unabhängige Therapielinie war unter den Befragten umstritten.


